Nach einer langen Reise werden die Mauersegler Ende April von ihrem Winterquartier im südlichen Afrika nach Mitteleuropa in ihre Brutgebiete zurückkehren.Sie sind Koloniebrüter, ausgesprochen standorttreu und wählen Jahr für Jahrdenselben Nistplatz. Für das aus Pflanzenteilen, Federn und Speichel angefertigte Nest wählen sie als Höhlenbrütervorzugsweise Hohlräume wie Mauerlöcher, Nischen unter Dächern oder Nistkästen. Renovierungen von Gebäuden und energetische Sanierungen führen nun aber dazu, dass diese Hohlräume verschwinden. Fehlende Brutmöglichkeiten bereiten den Seglern Schwierigkeiten und es gelingt ihnen immer weniger, ihren Bestand zu halten.
Es ist uns daher seit längerer Zeit ein Anliegen, den Gebäudebrütern mit speziell angefertigten Nistkästen unter die Arme zu greifen. Diese beziehen sie einzig für die Eiablage, zum Brüten und zur Aufzucht der Jungen. Ihr Leben verbringen sie zum grössten Teil in der Luft: Sie fangen die Nahrung (hauptsächlich Insekten) im Flug, sie schlafen im Gleitflug oder bei tiefer Flügelschlagfrequenz in hohen Luftschichten und paaren sich fliegend. Ihr stromlinienförmiger Körper und die langen sichelförmigen Flügel sind perfekte Anpassungen an das Leben in der Luft. Mit ihrem schrillen Ruf «srieh-srieh» verraten sie akustisch ihre Anwesenheit. Der Aufenthalt im Brutgebiet währt nur etwas mehr als drei Monate: Bereits Anfang August brechen sie auf und ziehen ins Überwinterungsgebiet südlich der Sahara. Es ist unsere Absicht, das Inventar der Mauersegler zu aktualisieren und der Population mit weiteren Nistkästen Brutmöglichkeiten zu verschaffen. Wir bitten die Bevölkerung,

• uns Brutstandorte zu melden.
• Ihr Interesse an Nistkästen mitzuteilen;

diese werden von uns gesponsert und in Zusammenarbeit mit dem Team des Werkhofs montiert. Herzlichen Dank für
die Unterstützung.

Beat Germann

Exkursionsleiter SVS, Tel. 044 954 13 69, beat.germann[at]yahoo.com

Dieser Artikel wurde in der April-Ausgabe des Fehraltörflers publiziert.

Falls Sie noch mehr über den spannenden Mauersegler wissen wollen: Birdlife und die Vogelwarte Sempach haben gute Dossiers über dieses Tier.

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